Solarmarkt Indien: Aufstrebender Global Player der PV

Branchenneuigkeit – 1. Oktober 2025

Indien hat sich in den vergangenen Jahren eindrucksvoll zu einem der wichtigsten Solarmärkte weltweit entwickelt. Laut MERCOM verzeichnete das Land im Jahr 2025 einen Rekordzubau von rund 36,6 Gigawatt (GW) Solarkapazität – ein Plus von 43 Prozent. Damit landet Indien hinter China und den USA auf Rang drei im globalen PV-Ranking. Getrieben wird das Wachstum durch ambitionierte staatliche Förderprogramme, auch in der PV-Produktion. Die strategisch günstige Lage im globalen „Sonnengürtel“ könnte dazu beitragen, dass Indien als Entwicklungsland ein Stromsystem entwickelt, das seinen Strommix kostengünstig zu 100 % aus erneuerbaren Energien speist. Die Bedeutung des Landes für den globalen Solarmarkt ist daher kaum zu unterschätzen.

Bis Februar 2026 betrug die Solarkapazität Indiens 143,6 GW. Aktuelle Marktdaten zeigen weiterhin eine starke Projektpipeline: In Indien befinden sich derzeit rund 68 GW Solarprojekte in der Pipeline, weitere etwa 10 GW in der Ausschreibungsphase. Freiflächen-Anlagen dominieren den Markt mit knapp 109,5 GW, während netzgebundene Dachsolaranlagen derzeit rund 24,8 GW beitragen. Insgesamt beläuft sich die installierte Kapazität des Landes an erneuerbaren Energien auf rund 266,68 GW, wovon Solarenergie rund 54 Prozent ausmacht.

Indiens Energiehunger wächst rapide – getrieben durch Urbanisierung, Industrialisierung und Bevölkerungswachstum. Das Land will bis 2070 klimaneutral werden und setzt dabei vor allem auf Solarenergie. Für 2026 wird in Indien ein Solarzubau von rund 42,5 GW erwartet, während die Regierung weiterhin das Ziel von 500 GW nicht-fossiler Kraftwerkskapazität bis 2030 verfolgt. Eine Analyse der Energy Transitions Commission modelliert ein mögliches langfristiges Szenario: Ein Stromsystem, das auf Basis der hohen Verfügbarkeit der erneuerbaren Energiequellen zu 80 Prozent auf Solar und zu 20 Prozent auf Wind basiert, könnte 2050 bis zu 7.300 TWh Strom jährlich erzeugen – und damit den prognostizierten Bedarf von 5.500 TWh mit Leichtigkeit abdecken.

Parallel zum Ausbau der solaren Erzeugungskapazitäten positioniert sich Indien als global bedeutender PV-Produktionsstandort. Ende 2025 lag die jährliche Modulproduktionskapazität bei 210 GW, die Zellproduktionskapazität bei 27 GW. Damit entwickelt sich Indien zunehmend zu einem Gegengewicht zu China, das derzeit den Weltmarkt in der PV-Produktion dominiert. Ein zentraler Treiber für Indiens Produktionsausbau ist das Production Linked Incentive (PLI) Scheme, das den Aufbau der indischen PV-Produktion seit 2021 mit rund 2,16 Milliarden Euro (24.000 Crore Indische Rupien) fördert und die Wertschöpfung im Inland stärkt.

Um den Solarausbau weiter zu fördern, setzt die Regierung auf ein breites Maßnahmenpaket:

  • Central Public Sector Undertaking (CPSU) government producer scheme: Alle öffentlichen Einrichtungen und Regierungsinstitutionen müssen Maßnahmen zur Solarproduktion umsetzen und den Eigenverbrauch durch Solarenergie abdecken.
  • Grid Energy Corridors: Beseitigt regulatorische Hürden bei der Übertragung von erneuerbarem Strom, vor allem zwischen den Bundesstaaten.
  • Green Energy Open Access Rules: Ermöglicht und vereinfacht Großverbrauchern aus Industrie und Gewerbe, grünen Strom direkt beim Anbieter zu sourcen.
  • Förderung von Dachsolaranlagen: Rund 7 Milliarden Euro (75,000 Crore Rupien) stellt Indien seit 2024 für Dachanlagen zur Verfügung und will so 10 Millionen indische Haushalte solarisieren, ebenso Regierungsgebäude und Gewerbe- und Industriedächer.
  • Renewable Purchase Obligations (RPOs): Eigenstromerzeuger, Stadtwerke und Stromversorger müssen verbindliche Quoten für erneuerbare Energien im Energiemix einhalten.

Auch Fördermaßnahmen für Speicher zur bedarfsgerechten Bereitstellung von Strom befinden sich derzeit in der Umsetzung.

Für internationale Unternehmen und Investoren bietet Indien ein einzigartiges Umfeld:

  • Wachstumsmarkt mit jährlichem Zubau im zweistelligen Gigawattbereich.
  • Politische Unterstützung durch staatliche Programme und klare Zielsetzungen führt zu Investitionssicherheit.
  • Industrialisierungspotenzial entlang der gesamten PV-Wertschöpfungskette – von Modulen bis hin zu Recycling.
  • Wettbewerbsfähige Kostenstrukturen, die Indien als Produktionsstandort global attraktiv machen.

Fazit

Indien ist auf dem besten Weg, sich nicht nur als einer der größten Solarmärkte weltweit, sondern auch als Produktionshub für PV-Technologie zu etablieren. Für die Solarbranche eröffnet dies vielfältige Geschäftschancen – von Projektentwicklungen über Partnerschaften bis hin zu industriellen Investitionen. Wer jetzt in den indischen Markt einsteigt, sichert sich frühzeitig Zugang zu einem der dynamischsten Wachstumsmärkte der globalen Energiewende.

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