Künstliche Intelligenz in Operation & Maintenance: Warum Interoperabilität und Datenqualität über den Erfolg entscheiden

Branchenneuigkeit – 23. März 2026

Künstliche Intelligenz (KI) dringt in alle Wirtschaftszweige vor – auch in der Solarbranche kommt sie zunehmend zum Einsatz, vor allem im Bereich Operations & Maintenance (O&M). Auch auf dem Solar Quality Summit 2026 drehte sich die Debatte weniger darum, ob KI kommt, sondern welche Use Cases heute wirklich belastbar, finanzierbar und sicher ausrollbar sind.

Während in den vergangenen Jahren vor allem Anomalieerkennung, Predictive Maintenance und automatisierte Fehlerdiagnose im Mittelpunkt standen, zeigt sich heute immer deutlicher: Der eigentliche Erfolg von KI hängt weniger vom Algorithmus selbst ab als von den Voraussetzungen, unter denen er eingesetzt wird. Zwei Aspekte stehen dabei besonders im Fokus: Interoperabilität und Datenqualität.

Interoperabilität ist eine der zentralen Herausforderungen bei der Einführung von KI in O&M. In der Praxis arbeiten Betreiber, O&M-Dienstleister und Asset Manager häufig mit einer Vielzahl unterschiedlicher Systeme:

  • SCADA-Plattformen
  • Wetterdatenbanken
  • Ticketing-, Enterprise Resource Planning (ERP)- und Inspektionssysteme.

Diese Systeme sind jedoch oft nicht ausreichend miteinander verbunden. Daten liegen in Silos vor, Schnittstellen fehlen oder sind nicht standardisiert, und wichtige Informationen können nicht konsistent zusammengeführt werden. Für KI-Anwendungen ist das ein gravierendes Problem. Denn nur wenn technische, betriebliche und historische Daten über Anlagen, Komponenten und Wartungsereignisse miteinander verknüpft werden, können Modelle belastbare Erkenntnisse liefern. Interoperabilität ist deshalb kein IT-Detail, sondern eine Grundvoraussetzung für skalierbare KI-Lösungen in O&M.

Die Branche entwickelt derzeit dafür KI-Agenten, die plattformübergreifend kommunizieren können sowie standardisierte Kommunikationsschnittstellen (APIs) und Kommunikationsprotokolle.

Ebenso entscheidend ist die Datenqualität. KI-Modelle können nur so gut sein wie die Daten, mit denen sie gefüttert und trainiert werden. In vielen PV-Portfolios sind Datensätze jedoch unvollständig, uneinheitlich oder fehlerhaft. Häufig fehlen strukturierte Informationen zu Austauschvorgängen, Degradationsverläufen, Fehlerklassifikationen oder historischen Serviceeinsätzen. Hinzu kommen Messfehler, Lücken in der Sensorik oder uneinheitliche Benennungen von Komponenten und Ereignissen. Das Ergebnis: Modelle erkennen Muster nur eingeschränkt, erzeugen Fehlalarme oder liefern keine verlässliche Entscheidungsgrundlage für den Betrieb.

Die wichtigsten Entwicklungen von KI in PV-O&M liegen daher nicht allein in leistungsfähigeren Modellen, sondern in der Professionalisierung des gesamten Datenökosystems. Unternehmen investieren verstärkt in standardisierte Datenstrukturen, bessere Systemintegration und sauberere Datenpipelines. Genau hier entscheidet sich, ob KI im O&M ein echter Effizienztreiber wird.

Für die Solarbranche wird immer deutlicher, dass der erfolgreiche Einsatz von KI in O&M nicht allein von neuen Algorithmen abhängt, sondern vor allem von interoperablen Systemen und einer belastbaren Datenbasis. Genau hier liegt einer der zentralen Hebel, um Effizienz, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen nachhaltig zu verbessern. Die Intersolar Europe bietet die ideale Plattform, um diese Entwicklungen sichtbar zu machen, Best Practices zu diskutieren und den Austausch zwischen Technologieanbietern, Betreibern und O&M-Dienstleistern voranzutreiben. Denn nur wenn Innovationen nicht isoliert gedacht, sondern entlang der gesamten Wertschöpfungskette zusammengeführt werden, kann KI ihr Potenzial im Solarbetrieb voll entfalten.

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