The smarter E Europe 2026 hat heute auf dem voll belegten Gelände der Messe München ihre Tore geöffnet: Bis zum 25. Juni präsentieren rund 2.800 internationale Aussteller ihre Lösungen, Anwendungen und Geschäftsmodelle für eine erneuerbare Energieversorgung 24/7. Die Veranstalter erwarten in den kommenden drei Tagen über 100.000 Fachbesucher aus aller Welt. Die Eröffnung fällt in eine Zeit historischer globaler Umbrüche: Geopolitische Krisen und volatile Rohstoffmärkte bedrohen die Stabilität ganzer Volkswirtschaften. Fossile Importabhängigkeiten gefährden die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und belasten staatliche Haushalte massiv.
Das bewies bereits die fossile Energiekrise 2022/2023 schmerzhaft, als allein in Deutschland staatliche Entlastungspakete von 187 Milliarden Euro nötig waren. Vor diesem Hintergrund ist die Transformation des Energiesystems längst kein reines Klimaschutzprojekt mehr, sondern das fundamentale industrie-, sicherheits- und wirtschaftspolitische Modernisierungsprogramm. Die Erneuerbare Energiebranche tritt an, um diese Doppelkrise aus fossiler Abhängigkeit und Klimawandel zu lösen. Als verlässlicher Partner steht sie bereit, um Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit durch technologische Souveränität langfristig zu sichern. Das belegen die Veranstalter und eine neue wissenschaftliche Begleitstudie des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE unmissverständlich: Eine lückenlose Energieversorgung aus erneuerbaren Quellen funktioniert verlässlich rund um die Uhr, schützt Wirtschaft und Verbraucher vor Kostenrisiken und treibt das Wirtschaftswachstum an. Die Botschaft dieser Eröffnung ist klar: Die neue Energiewelt steht bereit, die Wirtschaftlichkeit ist erwiesen, die Branche geht selbstbewusst voran.
Von Solar und Speicher über E-Mobilität bis zur digitalen Netzinfrastruktur – die Branchen treten geschlossen auf und sprechen mit einer starken Stimme. Markus Elsässer, Geschäftsführer der Solar Promotion GmbH, ordnet diese Entwicklung ein: „Wind- und Solarenergie bilden längst die sichere Basis unseres Energiesystems. Auf The smarter E Europe beweisen wir ganz konkret, dass erneuerbare Energien uns 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche sicher versorgen. Damit schaffen wir ein resilienteres System, das geopolitische Risiken minimiert und die nationale Sicherheit nachhaltig stärkt."
Die von den Veranstaltern beauftragte Studie „Kostenoptimale Transformation des deutschen Energiesystems bis 2045“ belegt diesen Pfad wissenschaftlich und liefert ein Modell für moderne Industrienationen am Beispiel von Deutschland. Dr. Charlotte Senkpiel, Senior Scientist am Fraunhofer ISE, entkräftet Bedenken zur Stabilität: „Unsere Daten belegen, dass das Energiesystem auch bei einer reinen Versorgung aus erneuerbaren Quellen verlässlich läuft. Sonne und Wind ergänzen sich ideal. Ein intelligenter Verbund aus Netzen, dezentralen Batteriespeichern, regelbaren Kraftwerken betrieben mit klimaneutralen Gasen und flexibler Nachfrage gleicht wetterbedingte Schwankungen lückenlos aus.“
Zudem erhöht der Umstieg die geopolitische Resilienz. Durch heimische Quellen sinkt der Importbedarf fossiler Brennstoffe, allein in Deutschland sind es um die 80 Prozent. Das schützt Volkswirtschaften vor extremen finanziellen Risiken, wie sie die europäische Energiekrise 2022/23 mit milliardenschweren staatlichen Hilfspaketen verdeutlichte. Millionen dezentrale Solaranlagen, Windparks und Batterien verringern außerdem das Risiko von gezielten Angriffen auf zentrale Großkraftwerke und stabilisieren die kritische Infrastruktur.
Der Umbau ist volkswirtschaftlich die rationalste Entscheidung. Dr. Christoph Kost, Abteilungsleiter Energiesystemanalyse am Fraunhofer ISE, erläutert die ökonomischen Vorteile: „Die Vermeidungskosten von knapp 210 Euro pro Tonne CO2 liegen weit unter den drohenden Klimafolgenkosten, die das Umweltbundesamt mit bis zu 880 Euro pro Tonne beziffert.“ Die transformationsbedingten Mehrkosten – ohne Berücksichtigung von Ersatzinvestitionen – belaufen sich im Vergleich zum heutigen System im Mittel über die nächsten 25 Jahre auf rund 54 Milliarden Euro pro Jahr oder kumuliert 1,3 Billionen Euro. Langfristig arbeitet das System jedoch dauerhaft kostenneutral. Durch Millionen dezentrale Akteure und eine sinkende Importabhängigkeit lassen sich volatile Rohstoffpreise sowie zukünftige Klimafolgenkosten effektiv abfangen. Das Ergebnis ist ein stabiles, kostengünstiges System.
Gleichzeitig belebt die Transformation den internationalen Arbeitsmarkt. Schon jetzt entfällt jede dritte Stellenausschreibung weltweit auf die Green Economy, was den Beschäftigungsabbau in alten Industrien deutlich übersteigt. Um diesen ökonomischen Nutzen voll auszuschöpfen, darf der weitere Ausbau der erneuerbaren Energien nicht ins Stocken geraten. Erforderlich ist ein zügiges Vorankommen bei der gesamten Energieinfrastruktur, ohne politische oder regulatorische Ausbaulücken. Nur so lässt sich die Strombereitstellung realisieren, die sich durch die konsequente Elektrifizierung von Wärme, Verkehr und Industrie bis 2045 fast vervierfachen muss.
Was die Wissenschaft in Modellen berechnet, zeigt The smarter E Europe direkt vor Ort. Das absolute Highlight der diesjährigen Veranstaltung bildet deshalb die Sonderschau „Renewables 24/7“. Sie demonstriert das reale, intelligente Zusammenspiel von erneuerbarer Erzeugung, Speicherung, flexibler Energieinfrastruktur und digitalem Management. Fünf Kernattribute werden für das Fachpublikum greifbar: Zuverlässigkeit, Kostengünstigkeit, Wohlstandsförderung, Resilienz und Klimaneutralität. Ein breites Bündnis führender Branchenverbände trägt die Initiative der Sonderschau. Zu den Unterstützern zählen der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), der Bundesverband Neue Energiewirtschaft (BNE), der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS), der Deutsche Wasserstoff-Verband (DWV), der Fachverband Biogas sowie VDMA Photovoltaics Equipment und VDMA Power Systems. International flankieren E-Mobility Europe, Energy Storage Europe, Smart Energy Europe (smartEn) und SolarPower Europe die Sonderschau. Als technologische Partner begleiten führende Unternehmen das Projekt, darunter CATL, Energy3000, Fenecon, FoxESS, GE Vernova, Maxsolar, Octopus Energy und die Siemens AG.
Jens Mohrmann, Geschäftsführer der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG, betont die Relevanz für das Fachpublikum: „Mit der Sonderschau überführen wir komplexe wissenschaftliche Erkenntnisse in ein direkt erfahrbares Praxiserlebnis. Rund 2.800 Aussteller nutzen unsere Plattform, um zu beweisen, dass die saubere Energiezukunft schon heute real funktioniert. Wir bündeln die globale Innovationskraft und bieten den Raum, um Entscheider weltweit zu vernetzen.“
Vom 23. bis 25. Juni bilden die vier Fachmessen – Intersolar Europe, ees Europe, Power2Drive Europe und EM-Power Europe – sowie die begleitenden Konferenzen und Messeforen das gesamte Spektrum des neuen Energiesystems ab. Die Branche zeigt sich handlungsbereit und international vernetzt. Um die verbleibenden Emissionslücken weltweit zu schließen, kommt es nun vor allem darauf an, wie schnell Politik und Gesellschaft die regulatorischen Rahmenbedingungen anpassen und das Umsetzungstempo steigern.