Afrika ist weltweit die Region mit dem zweitgrößten Potenzial an erneuerbaren Energiequellen. Doch obwohl Solarenergie mit einer installierten Gesamtleistung von 15,7 Gigawatt (GW) bereits die zweitgrößte erneuerbare Energiequelle ist, macht sie nur 3 Prozent der Stromerzeugung des Kontinents aus. Das ungenutzte Solarpotenzial dort ist daher enorm.
Die Erschließung dieses Potenzials ist entscheidend dafür, um den afrikanischen Energiesektor zu dekarbonisieren und einen universellen Zugang zu nachhaltiger, sauberer und günstiger Energie bis 2030 (SDG Nr. 7) zu erreichen. Gleichzeitig fördert dies die Entwicklung einer dynamischen neuen regionalen Industrie.
Im Jahr 2024 wuchs der afrikanische Solarmarkt um 2,4 GW, wobei Südafrika mit 1,3 GW (46%) an der Spitze lag, gefolgt von Ägypten mit 700 Megawatt (MW) (29%), Ghana mit 94 MW (4%), Burkina Faso mit 87 MW (4%) und Nigeria mit 73 MW (3%). Laut der Marktstudie „Africa Market Outlook for Solar PV” des Global Solar Council wird für 2025 ein Marktwachstum von 42% erwartet. Bis 2028 sollen weitere 23 GW an Solarleistung installiert werden, was die derzeitige Kapazität mehr als verdoppeln würde. Der afrikanische Solarmarkt befindet sich in einer Phase erheblicher Diversifizierung und wachsender Dynamik. Diese Diversifizierung dürfte sich in den kommenden Jahren weiter vertiefen, da immer mehr Länder einen favorablen Rechtsrahmen verabschieden, neue Ausschreibungen schaffen und eine größere Bandbreite von Solarprojekten zur Umsetzung bringen. Ein wichtiger Faktor für diese Expansion ist die Zunahme der Importe chinesischer Solarmodule – in den ersten sieben Monaten des Jahres 2025 wurden insgesamt 9.516 MW nach Afrika geliefert, was einem Anstieg von 60 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht.
Netzgekoppelte Großprojekte sowie Off-Grid-, Mini-Grid- und dezentrale Solarlösungen bieten insbesondere in Gebieten mit niedriger Elektrifizierung eine doppelte Chance. Sie ermöglichen multiple Marktsegmente und Erlösmodelle. Die Restrukturierung und Anpassung des afrikanischen Energiesektors an die Bedürfnisse einer wachsenden Bevölkerung bietet die Möglichkeit, ein System aufzubauen, das vollständig auf erneuerbaren Energien und Dezentralisierung basiert und die Ära der zentralisierten Energieversorgung mit fossilen Brennstoffen weitgehend umgeht.
Der afrikanische Solarmarkt steht jedoch aufgrund von Kapitalkosten, die drei- bis siebenmal höher sind als in Industrieländern, vor erheblichen Finanzierungshindernissen. Die begrenzte Verfügbarkeit von erschwinglicher Finanzierung, Währungsrisiken und schwache lokale Finanzinstitutionen behindern den PV-Ausbau. Unzureichende Netzinfrastruktur und regulatorische Unsicherheiten verlangsamen die Projektumsetzung zusätzlich und schrecken Investoren ab. Trotz starker politischer Motivation verhindern fehlende stabile regulatorische Rahmenbedingungen, dass der Markt sein volles Potenzial ausschöpft.
Aufgrund der geringen Elektrifizierungsrate in Afrika sind Off-Grid- und Mini-Grid-PV-Anlagen für den Kontinent unverzichtbar. Nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) haben 600 Millionen Menschen in Afrika keinen Zugang zu Elektrizität, was 43 Prozent der Bevölkerung entspricht. Mini-Grid-Systeme und PV-Heimanlagen können Gebiete, die von Lastabwurf betroffen sind, sowie ländliche Gebiete ohne Netzanbindung mit Strom versorgen.
PV-Heimanlagen konnten bereits einen Beitrag dazu leisten, in Regionen mit unzuverlässiger Versorgung und hohen Stromtarifen die Versorgung zu stabilisieren und die Kosten für die Verbraucher zu senken. Um dies weiterhin zu fördern, plant beispielsweise Mauritius, 10 MW an Dachanlagen durch den nationalen Energieversorger installieren zu lassen. Im Zuge dessen wurden im Jahr 2024 2.000 Haushalte in dem Land mit Solaranlagen ausgestattet.
Andererseits geht aus dem Africa Market Outlook for Solar Power hervor, dass das afrikanische Großanlagensegment im Jahr 2024 einen Aufschwung erlebt haben. Eine weitere Anwendung, die in Afrika an Bedeutung gewinnt, ist Floating Solar, da ein erhebliches Potenzial für die Integration von schwimmenden PV-Anlagen in bestehende oder geplante Wasserkraftinfrastrukturen besteht. Nach Angaben des African Energy Council plant der kenianische Stromerzeuger KenGen den Bau einer 40-MW-Floating Solar-Anlage am Kamburu-Damm.
PV-Markt in Ostafrika
Ostafrika und insbesondere Kenia zeichnen sich als attraktiver Solarmarkt aus. Kenia verfügt über reichlich Sonnenenergie und hat sich das das ambitionierte Ziel gesetzt, seinen Strom bis zum Jahr 2030 zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Das Land bietet zunehmend günstige politische und finanzielle Rahmenbedingungen.
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