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Post-EEG in Deutschland: Attraktiver Eigenverbrauch

Eigentümer, die zu Beginn der 2000er-Jahre in Deutschland eine Photovoltaikanlage errichtet haben, speisen ihren gesamten Strom in das öffentliche Stromnetz ein. Nun wird für diese alten Anlagen bald die Einspeisevergütung wegfallen: 2021 werden es laut Bundesverband Solarwirtschaft gut 10.000 PV-Anlagen sein. Bis 2026 steigen die Zahlen um den Faktor 20. Bis 2033 läuft die Vergütung für insgesamt mehr als eine Million Solaranlagen aus.

Eine attraktive Möglichkeit für den Weiterbetrieb vor allem kleiner und mittelgroßer Hausdachanlagen bietet der Eigenverbrauch. Typischerweise können rund 20 bis 30 Prozent des Solarstroms ganz einfach genutzt werden. Wer den Anteil noch erhöhen will, verlagert den Stromverbrauch von Geschirrspülmaschine oder Waschmaschine ebenfalls in die Mittagszeit. So kann man 30 bis 40 Prozent des Solarstroms selbst verbrauchen.

Und das rechnet sich. Denn der Solarstrom von abgeschriebenen PV-Anlagen vom eigenen Dach, die aus der Förderung fallen, ist trotz der fälligen anteiligen EEG-Umlage deutlich günstiger als der Netzstrom. Den Eigenverbrauch kann man mit Batteriespeichern weiter erhöhen. Anteile bis 70 Prozent sind dann möglich. „Da die Speicher immer günstiger werden, wird es nicht mehr lange dauern, bis sich die Speicherung aus den Ü20-Anlagen lohnt“, sagt Franz Pöter vom Solar Cluster Baden-Württemberg.

Besonders lukrativ ist die Erhöhung des Eigenverbrauchs, wenn bereits ein E-Auto vorhanden ist. Nutzt ein Elektroauto den eigenen Solarstrom mit Erzeugungskosten von vier Cent pro Kilowattstunde, sinken die Fahrtkosten auf unter 1 Euro pro 100 Kilometer. Auch mit bestehenden Wärmepumpen lässt sich der Eigenverbrauch gewinnbringend steigern.

Was nicht selbst verbraucht werden kann, können Anlageneigentümer an einen Direktvermarkter verkaufen. Bislang gab es solche Modelle nur für Anlagen über 30 oder gar 60 Kilowatt. Das ändert sich aber inzwischen: Erste Anbieter für Kleinanlagenbetreiber gibt es bereits. Diverse Start-ups aber auch etablierte Energieversorger zielen darauf ab, den erzeugten Strom vom Hausdach zwischen Erzeuger und Verbraucher zu vermitteln.

Besucher können sich auf der Intersolar Europe 2020 auf verschiedenen Foren sowie im Gespräch mit Experten und Ausstellern über die Möglichkeiten des attraktiven Weiterbetriebs von Post-EEG Anlagen informieren.

 

Post-EEG in Deutschland: Attraktiver Eigenverbrauch