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7 Länder - 7 Märkte - 7 Experten: PV Markt Deutschland

Carsten Körnig: „Die Zeichen stehen endlich wieder auf Wachstum“.

Sieben Fragen zum deutschen Photovoltaikmarkt an Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW).

 

Herr Körnig, wie hat sich der deutsche Photovoltaikmarkt im vergangenen Jahr entwickelt?

Im Jahr 2017 wurden rund 67.200 neue Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 1,75 GW bei der Bundesnetzagentur gemeldet. Das sind rund 15 % mehr als im Vorjahr. Zudem wurden  mindestens 30.000 neue Solarstromspeicher installiert – ein Plus von rund 50 %.
 

Welches Volumen erwarten Sie in den nächsten Jahren?

Wir gehen derzeit davon aus, dass der PV- und Speichermarkt in Deutschland bis 2020 jährlich zweistellig wachsen wird. Für 2018 halten wir mindestens 2 GW an neuer PV-Leistung und rund 40.000 neue Speicher für erreichbar. Kühlt sich das Geschäftsklima nicht ab und setzt die Politik ihre Versprechen um, so sind für 2019 auch 3 und für 2020 4 GW möglich. 
 

Welche Marktsegmente sehen Sie derzeit als besonders vielversprechend an?

Wir erwarten eine Marktbelebung auf nahezu allen Ebenen. Deutlich gesunkene Komponentenpreise, ein Zinstief und eine gute Baukonjunktur beleben den PV-Gebäudesektor. Die im Koalitionsvertrag erzielten Sonderausschreibungen versprechen eine Vervielfachung des Marktvolumens ebenerdiger Solarparks. Hinzu kommt, dass Photovoltaik, Speicher und Elektromobilität einander zunehmend beflügeln werden.
 

Welches Thema steht derzeit im deutschen PV-Markt im Vordergrund?

Nach Jahren der Konsolidierung und des Marktrückgangs stehen die Zeichen endlich wieder auf Wachstum. Der BSW setzt sich derzeit mit Nachdruck für eine Absicherung und Verstärkung dieser positiven Wachstumsperspektive in allen relevanten Marktsegmenten ein. Erhebliche bürokratische und finanzielle Hemmnisse müssen mit vereinten Kräften noch aus dem Weg geräumt werden, damit die Solarenergie im Strom-, Wärme und Mobilitätsbereich sich endlich frei entfalten kann. Die Politik ist gefordert, rasch zu handeln und bestehende Bremsen zu lösen. Ihre selbst gesteckten Klimaziele erfordern eine Vervielfachung der jährlich installierten Solarstromleistung auf rund 10 GW.
 

Welche Perspektiven sehen Sie für die Elektromobilität in Deutschland?

An ihrem Siegeszug führt kein Weg vorbei. Damit die Elektromobilität eine echte Alternative wird, muss der Antriebsstrom aber möglichst vollständig aus erneuerbaren Energien kommen. Wir freuen uns, dass die neue Messe Power2Drive dieses Thema aufgreift. Mit den richtigen Komponenten werden sich Photovoltaik, Speicher und Elektromobilität perfekt ergänzen.
 

Welche Rolle nimmt die Photovoltaik im deutschen Energiemix ein?

Bei erreichten Erzeugungskosten im Kraftwerksmaßstab von unter 5 ct/kWh mausert sich Solarenergie zur tragenden Säule einer klimafreundlichen und bezahlbaren Energieversorgung. Immerhin 7,5 % des heimischen Nettostrombedarfs werden derzeit solar gedeckt, langfristig dürfte es mindestens ein Drittel sein. Politisches Ziel ist es, den EE-Anteil am Strom-Mix bis 2030 auf 65 % zu verdoppeln. Mit einem deutlich kraftvolleren Ausbau der Solarenergie und Speichertechnologie könnte dieses Ziel sogar übertroffen werden.
 

Was erwarten Sie sich vom neuen Messekonzept in München?

Solarenergie, Speicher und E-Mobilität werden im Energiesystem der Zukunft eine entscheidende Rolle spielen – auf bislang unvorstellbare Weise dezentral und intelligent vernetzt. Erfolgreiche Geschäftsmodelle und technische Systemlösungen richten sich daran aus. Smarte Solargebäude mit integrierten Ladestationen werden zum neuen Standard – und die vier Messen unter dem Dach von The smarter E zum Wegbereiter und Schaufenster dieses Standards. Wir sind überzeugt, dass die damit verbundenen Synergien unzählige neue Kundenkontakte bringen. Als Exklusivpartner der Messe freuen wir uns auf viele bekannte und neue Gesichter und unterstützen tatkräftig bei der Geschäftsanbahnung.