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Photovoltaik und Stromspeicher

Carsten Körnig: „Der ees Summit France ebnet Innovationen den Weg in den Markt.“

Sieben Fragen zum  PV-Speichermarkt an Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW).

 

Herr Körnig, Photovoltaik und Stromspeicher: Warum passen sie zusammen?
Für immer mehr Käufer von Solarsystemen gehört ein Stromspeicher inzwischen genauso selbstverständlich zu einer Photovoltaikanlage wie ein Kühlschrank zu einer Küche. Erst Batteriespeicher machen Solarstrom rund um die Uhr verfügbar. Mit ihnen können sich Verbraucher noch unabhängiger machen vom Energieversorger. Zeitgleich profitiert das Stromnetz vor Ort, weil sie in Verbindung mit einer Photovoltaikanlage die Erzeugungs- und Verbrauchsspitzen abfedern. Darüber hinaus können Speicher durch die Bereitstellung der sogenannten Blindleistung rund um die Uhr das Ortsnetz stützen.

 

Sehen Sie die Speicherbranche in ihrer Entwicklung schon so weit wie die Photovoltaikbranche vor etwa zehn oder zwanzig Jahren, als die Internationalisierung stark an Bedeutung gewonnen hat?
Absolut! Die Speicherbranche entwächst zusehends ihren Kinderschuhen. Allein in Deutschland sind bereits mehr als 100.000 Solarstromspeicher installiert. Immer mehr Privathaushalte und Unternehmen in vielen Ländern der Welt wollen Ökostrom mit Hilfe von Speichern jederzeit verfügbar haben.

 

Was hat damals den Photovoltaikmarkt international vorangebracht?
Bei der Photovoltaik war es zweifelsfrei die Förderung. Ohne das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz mit seinen Brüdern und Schwestern in anderen Ländern wäre die Photovoltaik wahrscheinlich immer noch eine Weltraumtechnologie und nicht eine der günstigsten Stromerzeugungsformen weltweit. Wir sind stolz, dass wir aktiv dazu beitragen konnten.

 

Inwieweit kann die Speicherbranche von den Erfahrungen der Photovoltaikindustrie aus dieser Zeit lernen?
Zwei Lehren kann sie aus meiner Sicht ziehen. Erstens: Begeistert die Menschen, denn der Kunde ist König! Die Solarstromspeicher werden sich umso schneller durchsetzen, je mehr Menschen saubere Energie zu jeder Tageszeit haben wollen und beim Thema Energie nach mehr Unabhängigkeit und Versorgungssicherheit streben. Zweitens: Gewinnt viele Partner! Speichertechnologie spart Kosten bei den Stromnetzen, hilft beim Ausbau der Elektromobilität und bietet modernen Energieunternehmen Chancen für neue Geschäftsmodelle. Je breiter das Bündnis der Befürworter, desto schneller werden negative Beharrungskräfte überwunden.

 

Wo sehen Sie die Gemeinsamkeiten zwischen dem deutschen und französischen Speichermarkt?
Die Ausgangslage im noch jungen Speichermarkt ist ähnlich: Frankreich und Deutschland sind moderne, westliche Industriestaaten mit einer relativ vergleichbaren Bevölkerungsstruktur. Die Photovoltaik ist eine in beiden Ländern seit vielen Jahren eingeführte und weit verbreitete Technologie.

 

Warum halten Sie das Netzwerken auf internationalen Branchentreffen wie dem ees Summit France für die Entwicklung der Speicherbranche wichtig?
Die Speichermesse ees in München und der ees Summit France bieten eine ideale internationale Plattform, um neue Märkte zu erschließen und Kooperationen zu schmieden. Das fördert den Wettbewerb und ebnet Innovationen den Weg in den Markt.

 

Welchen Nutzen kann die Speicherbranche daraus ziehen?
Mit internationaler Zusammenarbeit stärken wir den industriellen Kern der Speicherbranche in Europa. Außerdem bringen wir zugleich die Speicher- und Photovoltaiktechnologie voran: Jeder weitere Speicher steigert die Verfügbarkeit von Solarstrom und jede weitere Photovoltaikanlage erhöht die Nachfrage für Batteriespeicher.