Moderne Solartechnik in historischem Kontext: Gare Maritime

Teil 6 / 15 der Serie „Solar-Architektur at its best – Ausgezeichnete Projekte aus dem Architekturpreis Gebäudeintegrierte Solartechnik 2022 kurz vorgestellt"

Gare Maritime, Brüssel

Der Gare Maritime, ein imposantes Gebäude mit drei größeren und vier kleineren Hallen, nach Fertigstellung 1908 Europas größter Güterbahnhof, wurde zu einem Vielzweckareal umgeplant. Im Zentrum entstand ein Marktplatz mit Gastronomiebereichen, während in den äußeren Bereichen Nutzungen wie Büros, Einzelhandel und Gewerbe untergebracht sind.

Nach der Sanierung und Umnutzung ist das wertvolle bauliche Zeugnis der industriellen Revolution in Belgien auch zu einem solaren Kraftwerk erweitert worden. Auf den Südost- und Nordwest orientierten Satteldachflächen der langgestreckten drei großen Hallenbauten sind nahezu vollflächig PV-Module angeordnet. Durch eine leicht mattierte Oberfläche werden stärkere Reflektionen vermieden. Insgesamt konnten 3,3 MW auf einer Fläche von 16.464 m2 installiert werden. Zusätzlich sind in den gläsernen Giebelfassaden im Südwesten semitransparente Module verbaut.

204 Module mit großzügigem Zellabstand wurden eingesetzt, die neben der installierten PV-Leistung von 38,8 kW auf 331 m2 auch Sonnenschutz und Tageslichtnutzung leisten sowie einen wirksamen Innen-Außen-Bezug ermöglichen. Ein seltenes Beispiel, wie moderne Solartechnik auch in historischer Fassade souverän eingesetzt werden kann.

Die Jury des „Architekturpreis Gebäudeintegrierte Solartechnik 2022“ sprach dem Projekt eine Auszeichnung aus.

Bautafel
Eigentümer: Nextensa
Architekt: Neutelings Riedijk Architects + Bureau Bouwtechniek

Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Serie "Solararchitektur vom Feinsten - Ausgezeichnete Projekte des Architekturpreises Gebäudeintegrierte Solartechnik 2022 kurz vorgestellt".

Über den Architekturpreis Gebäudeintegrierte Solartechnik

Der „Architekturpreis Gebäudeintegrierte Solartechnik“ wurde im Jahr 2000 vom Solarenergieförderverein Bayern e. V. ins Leben gerufen und seitdem neun Mal ausgelobt. Der weltweit ausgeschriebene Preis hat sich als internationaler Wettbewerb zu der Schnittstelle von Architektur und Solarenergie etabliert. Gewürdigt werden mit dem Preis herausragende Beiträge der Planung und Gestaltung gebäudeintegrierter Solaranlagen.

In der letzten Ausgabe des Wettbewerbs hat die Jury aus 121 eingereichten Projekten 15 besonders hervorgehoben, die wir in der Folge vorstellen. Es handelt sich um sehr unterschiedliche Bauaufgaben, in verschiedenem Umfeld, aber alle Projekte zeigen, dass die Integration von Photovoltaik-Modulen und solarthermischen Kollektoren mit gestalterischer und technischer Ambition auf hohem Niveau gelingen kann.

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